Filmabend: My Tehran for Sale

Liebe Freunde,

wir möchten Euch herzlich zu unserer neuen Filmreihe MovIeRAN einladen.

Wir zeigen ab September 2011 jeden Monat einen Film aus dem und über den Iran. Eintritt frei! Dazu gibt es noch interessante Gäste und leckeres Essen sowie Getränke.

Wir beginnen mit "My Teheran for Sale" am 11.09.11. Der Film handelt von einer jungen Schauspielerin (gespielt von der kürzlich verhafteten Marzieh Vafamehr), die mit ihrem Verlobten nach Australien auswandern möchte. Nach einer HIV-Diagnose ist dies jedoch nicht mehr möglich. Er verlässt sie und sie versucht es schließlich auf illegalem Wege. Thematisiert werden das Leben der jüngeren Generation im Iran, Beziehungen, Familie, Theater und natürlich die immerwährende Angst und Einschränkung. Sprache: Persisch mit engl. Untertiteln, Länge: 96 Min.

Marzieh Vafamehr in 'My Tehran for Sale'Marzieh Vafamehr in 'My Tehran for Sale'

Zur aktuellen Verhaftungswelle gegen Filmemacher und Schauspieler

Aktuell in Haft

Pegah Ahangarani, geboren 1984, Schauspielerin (The Girl in the Sneakers, Women's Prison) wurde am 10. Juli 2011 verhaftet. Sie hatte geplant, nach Deutschland zu reisen, um für den Sender Deutsche Welle über die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen zu berichten. Bereits bei früheren Veranstaltungen in Deutschland war sie als Gast-Bloggerin für die Deutsche Welle tätig. Die Schauspielerin ist auch deswegen bekannt geworden, weil sie im Jahr 2009 in einem voll besetzten Sportstadion gesagt hat, "Ich will die besten Jahre meines Lebens nicht unter Ahmadinejad verbringen". Im Sommer 2009 wurde sie schon einmal verhaftet, jedoch nach einigen Tagen freigelassen. Ihre Mutter ist die Schauspielerin und Filmemacherin Manijeh Hekmat, ihr Vater, Jamshid Ahangarani, ist ebenfalls Filmemacher. Laut einem Bericht von 19. Juli 2011 befindet sich Pegah Ahangarani in Einzelhaft im Evin-Gefängnis und hat keinen Zugang zu einem Anwalt.

"Die Hinrichtung von mehr als 200 Menschen in Iran seit Jahresbeginn ist erschütternd" - Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes

Pressemitteilung vom 01.07.2011 | 16:16
Auswärtiges Amt
Menschenrechtsbeauftragter fordert Aussetzung der Todesstrafe in Iran

Zur weiter steigenden Zahl von Hinrichtungen in Iran erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik im Auswärtigen Amt, Markus Löning, heute (01.07.):

"Die Hinrichtung von mehr als 200 Menschen in Iran seit Jahresbeginn ist erschütternd. Der Iran bleibt damit der Staat, der gemessen an seiner Bevölkerungszahl die meisten Todesurteile vollstreckt. Hinrichtungen finden öffentlich statt. Qualvolles Erdrosseln durch Erhängen ist dabei üblich.

Nach wie vor werden auch Menschen hingerichtet, die zum Tatzeitpunkt minderjährig waren. Seit der Niederschlagung der Protestbewegung 2009 wird die Todesstrafe darüber hinaus gezielt gegen Regimekritiker verhängt und vollstreckt. Gerichtsverfahren erfüllen nicht ansatzweise rechtsstaatliche Kriterien.

Nasrin Sotoudehs Brief an den Justizchef

The Feminist School, 2. Juli 2011 – Die iranische Anwältin, Menschenrechtsaktivistin und Frauenrechtlerin Nasrin Sotoudeh hat sich mit einem Brief an den iranischen Justizchef gewandt. Inspiriert von Paul Coelho, gibt sie darin die Ereignisse nach der Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 wieder.

„The Feminist School“ berichtet, dass Sotoudeh ihren Brief an die Justiz bereits verfasste, nachdem sie vom Revolutionsgericht verurteilt worden war. Er wird jetzt erstmals veröffentlicht.

Nasrin Sotoudeh ist seit dem 4. September 2010 in Haft. Sie ist zu 11 Jahren Gefängnis und einem 20jährigen Berufsverbot als Anwältin verurteilt. Außerdem wurde sie mit einem 20jährigen Ausreiseverbot und einer Geldstrafe in Höhe von 50 Dollar belegt, weil sie in einer Videoansprache ihr Haar nicht bedeckt hatte. Sotoudeh verfasste den folgenden Brief im März, kurz nachdem sie über ihr Urteil in Kenntnis gesetzt worden war.

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