UN fordert Freilassung von Nasrin Sotoudeh

URGENT ACTION: UN CALLS FOR RELEASE OF HUMAN RIGHTS LAWYER
Amnesty International (Info in English)

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte forderte am 23. November die Freilassung der iranischen Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh. Sie befindet sich seit ihrer willkürlichen Festnahme am 4. September 2010 bereits seit 80 Tagen in Haft. Amnesty International betrachtet sie als eine gewaltlose politische Gefangene, die nur aufgrund ihrer Arbeit als Anwältin festgehalten wird.

Appell des verurteilten Gefangenen Hossein Khezri an die UN und Menschenrechtsorganisationen

Hossein Khezri ist ein kurdischer politischer Gefangener, der im Iran wegen "Feindschaft zu Gott" und angeblicher Mitgliedschaft in einer kurdischen Oppositionspartei zum Tode verurteilt wurde. Ein Rechtsbeistand wurde ihm verwehrt, und das Gerichtsverfahren gegen ihn dauerte nur ca. 10 Minuten. In einem Brief an die Vereinten Nationen und internationale Menschenrechtsorganisationen hat Khezri um Unterstützung gebeten - leider vergeblich. Der oberste Gerichtshof hat inzwischen die Vollstreckung des Todesurteils angeordnet, seine Hinrichtung steht also unmittelbar bevor. Dennoch sind wir weiter dazu aufgefordert, uns an der Kampagne für Hossein Khezri zu beteiligen!

Musterbrief (Englisch)

Appell des verurteilten Gefangenen Hossein Khezri an die UN und Menschenrechtsorganisationen

Ich, Hossein Khezri, bin politischer Gefangener und von Abteilung 1 des Revolutionsgerichts wegen Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit angeklagt worden. Die Anklage wurde von Abteilung 10 des Berufungsgerichts in West-Aserbaidschan bestätigt. Ich bin zum Tode verurteilt.

Iranisches Staatsfernsehen sendet "Geständnis" von Sakineh Ashtiani

Neue Links (18.11.2010)

  • Wer sind eigentlich die beiden Journalisten, die im Zusammenhang mit dem Steinigungsfall verhaftet wurden? Warum es wichtig ist, Namen zu nennen: Kommentar von Thierry Chervel (Perlentaucher Blog)
  • Interview: Bundesregierung setzt sich für inhaftierte Journalisten ein (Deutschlandradio Kultur)

Frühere Berichte

Zum dritten Mal hat das iranische Staatsfernsehen ein "Geständnis" von Sakineh Mohammadi Ashtiani ausgestrahlt. Ashtiani ist wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Das Urteil hat weltweite Proteste und Widerspruch, auch durch prominente Persönlichkeiten, hervorgerufen.

Auch Ashtianis Sohn, ihr Anwalt sowie die beiden deutschen Reporter, die im Oktober während eines Interviews mit Ashtianis Familie verhaftet wurden, sollen Geständnisse abgelegt haben.

In dem TV-Bericht ist jedoch Ashtianis Gesicht nicht zu erkennen. Mit welchen Methoden solche Geständnisse im Iran erlangt werden, ist wohl ebenfalls bekannt!

Fünf Anwälte im Iran verhaftet - zwei vorerst wieder frei

S. SarbaghianS. Sarbaghian

M. Kian-ErsiM. Kian-Ersi

Innerhalb der letzten zwei Tage sind im Iran fünf Anwälte verhaftet worden. Namentlich bekannt sind Sara Sabaghian, Maryam Kian-Ersi und Maryam Karbasi, die am Samstagmorgen auf dem Teheraner Flughafen festgenommen wurden. Die drei Rechtsanwältinnen waren gerade von einer Konferenz in der Türkei zurückgekehrt. Alle drei hatten im September einen offenen Brief unterzeichnet, in dem die Freilassung von Nasrin Sotudeh gefordert wurde.

Sabaghian ist Mitglied im Komitee zur Verteidigung der Rechte von Frauen und Kinder. Zu ihren Klienten gehört der Blogger Hossein Ronaghi-Maleki, der kürzlich zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Maryam Kian-Ersi hat laut der Website Kaleme vor Jahren eine Frau verteidigt, die zum Tod durch Steinigung verurteilt worden war.

M. KarbasiM. Karbasi

Es kann vermutet werden, dass die Festnahmen Teil einer gezielten Kampagne gegen Anwälte und Menschenrechtsverteidiger sind. Laut dem Teheraner Oberstaatsanwalt Doulatabadi wurden zwei weitere Anwälte oder Anwältinnen festgenommen, die mit den Verhafteten in Verbindung stehen. Justizchef Sadegh Larijani sagte in einer Rede vor der iranischen Anwaltsvereinigung sinngemäß, dass die Aussagen einiger Anwälte zum Rechtssystem des Landes die Würde des Berufsstandes verletzten.

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