Solidarität mit Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof: Ihr einziges Verbrechen ist Filme zu machen

Das ARRI-Kino präsentiert am 13. Februar 2011 ein Double Feature mit Filmen der beiden verurteilten iranischen Regisseure. United4Iran Bayern unterstützt diese Veranstaltung und wird mit einem Grußwort und einer Informationskampagne für zahlreiche weitere politische Gefangene vertreten sein.

Als Sonntagsmatinée zeigt das ARRI-Kino in München am 13. Februar 2011 um 11:30 Uhr den mit dem Goldenen Löwen der Internationalen Filmfestspiele Venedig ausgezeichneten Film Dayereh (DER KREIS, OmdtU) von Jafar Panahi aus dem Jahr 2000 sowie im Anschluss um 14:00 Uhr Mohammad Rasoulofs poetische Parabel Keshtzarhaye sepid (THE WHITE MEADOWS, OmeU) von 2009, bei der Panahi den Filmschnitt besorgte.

Jafar PanahiJafar Panahi

Brief von Behrouz Javid Tehrani anlässlich der Hinrichtung zweier politischer Gefangener

Behrouz Javid Tehrani, ein politischer Gefangener, der im Rajai-Shahr-Gefängnis in Karaj inhaftiert ist, hat nach der Hinrichtung zweier politischer Häftlinge im Teheraner Evin-Gefängnis einen Brief verfasst. Der Inhalt dieses Schreibens wurde HRANA überreicht und lautet wie folgt:

Ich schreibe diesen Brief mit tiefer Trauer erfüllt vom Märtyrertod zweier weiterer politischer Gefangener. Ich verfasse ihn aus einer anderen Welt, in einer Situation, in der wir keinen Zugang zum Telefon haben, keinen Kontakt zu den anderen Häftlingen aufnehmen können und ich noch nicht weiß, wie dieses Schriftstück in die Außenwelt gelangen soll.

Solidarität mit den arabischen Demokratiebewegungen

Anhänger der iranischen Demokratiebewegung verfolgen derzeit gespannt die Ereignisse in Ägypten, Tunesien und anderen arabischen Ländern. Viele empfinden eine Mischung aus neuer Hoffnung, Neid ("Warum konnte das tunesische Regime gestürzt werden, aber nicht das iranische?") und Sorge, denn der Kampf in Ägypten ist noch nicht entschieden. Leider kamen bei den Protesten sowohl in Tunesien als auch in Ägypten bereits über 100 Menschen ums Leben, im Iran waren es 2009 etwa 150 bestätigte Todesfälle. Die Freiheit hat einen hohen Preis, aber wir möchten denen, die um sie kämpfen, unsere Solidarität aussprechen. Proteste und ziviler Widerstand scheinen im Moment der einzige Weg zu sein, auch wenn nicht klar ist, wie die einzelnen Länder nach einem Umsturz aussehen werden.

Einige Links zum Thema:

Zahra Bahrami hingerichtet

RAHANA, 29. Januar 2011 – Die niederländisch-iranische Staatsbürgerin Zahra Bahrami, die bei den Protesten von Ashura im Dezember 2009 verhaftet worden war, ist heute Morgen im Evin-Gefängnis hingerichtet worden.

Ihr war vorgeworfen worden, mit der Royalistischen Vereinigung Irans (KAI) zusammenzuarbeiten. Sie wurde 10 Monate lang in Einzelhaft gehalten. Letztes Jahr fand ihre Gerichtsverhandlung statt, bei der sie wegen Drogenschmuggels und -handels angeklagt wurde. Zunächst akzeptierte sie diese Anklagen. Später jedoch dementierte sie die Anschuldigungen und sagte, sie sei unter körperlicher und emotionaler Folter und mit Druck zum Ablegen eines falschen Geständnisses gezwungen worden.

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