Protest der Flüchtlinge in Würzburg und Nürnberg

Heute fand in Würzburg eine Demonstration für die Rechte von Asylbewerbern in Bayern statt. Der Protestzug begann am Hauptbahnhof und führte weiter durch die Innenstadt, wo eine Kundgebung am Vierröhrenbrunnen abgehalten wurde. Auch in Nürnberg versammelten sich zahlreiche Menschen bei klirrender Kälte vor der Lorenzkirche zum Protest.

Die Teilnehmer haben des verstorbenen Asylbewerbers Mohammad Rahsepar gedacht und bessere Bedingungen für Flüchtlinge in Bayern gefordert. Mohammad Rahsepar hatte sich am 29. Januar in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber das Leben genommen. Einige seiner Mitbewohner führen seine Verzweiflung, die ihn schließlich zum Selbstmord veranlasste, auch darauf zurück, dass er nach den traumatischen Erlebnissen und der politischen Verfolgung in seiner Heimat in Bayern nicht angemessen unterstützt wurde.

Asylpolitik auf Abwegen (Maneis Arbab)Asylpolitik auf Abwegen (Maneis Arbab)

Die Forderungen der Flüchtlinge beziehen sich vor allem auf die folgenden Punkte:

- Aufhebung der Residenzpflicht
(Asylsuchende müssen in Bayern in Gemeinschaftsunterkünften leben, die oftmals überbelegt und durch schlechte hygienische Verhältnisse gekennzeichnet sind. Dabei dürfen sie den Landkreis nur in seltenen Ausnahmefällen verlassen.)

- Aufhebung des Arbeitsverbotes
(Asylbewerber dürfen erst nach Ablauf eines Jahres und nach einer sogenannten Vorrangprüfung eine Arbeit aufnehmen. Dies bedeutet, dass sie nur Stellen antreten dürfen, die die Bundesagentur für Arbeit nicht an Deutsche, EU-Bürger oder andere Bevorrechtigte vermitteln konnte.)

- Bearbeitung der Asylanträge innerhalb einer angemessenen Zeitspanne
(Einige uns bekannte Flüchtlinge haben nach 1,5 Jahren oder länger noch immer keine Antwort auf ihren Asylantrag bekommen! Die Behörden sind hierbei an keinerlei Fristen gebunden.)

Um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen, hat eine Gruppe von Asylbewerbern die Internetseite http://asylbayern.wordpress.com/ ins Leben gerufen. Wir möchten betonen, dass es sich um eine Initiative von Flüchtlingen handelt, die sich keinerlei parteipolitischen Interessen oder Ideologien jeder Art unterwerfen wollen. Auch handelt es sich nicht um eine Veranstaltung von United4Iran - Bayern e. V.. Dagegen sind alle Gruppen und Personen eingeladen, das Anliegen der Flüchtlinge zu unterstützen.

Zum Bericht der Mainpost mit Bildergalerie