Tod eines Flüchtlings in Würzburger Asylbewerberheim

Aufgrund der menschenunwürdigen Situation im Asylbewerberheim Würzburg hat sich letzte Nacht ein iranischer Flüchtling selbst getötet. Er war verheiratet und Vater eines Kindes. Dies ist leider kein völlig überraschender Vorfall - die Menschenrechte von Flüchtlingen werden in Bayern mit Füßen getreten.

Die betreffende Person hieß Mohammad Rahsepar und wohnte im Gebäude 305, Zimmer 321, der Emery-Kaserne. Herr Rahsepar war 30 Jahre alt und wurde in der iranischen Stadt Ahvaz geboren. Nach seiner Flucht hielt er sich einen Monat lang im Auffanglager Zirndorf auf, um dann in Würzburg einquartiert zu werden. Dort wohnte er für sieben Monate. Seine Ehefrau und sein Kind halten sich weiterhin im Iran auf.

Ein Zimmernachbar klärte uns in einem Telefongespräche darüber auf, dass Herr Rahsepar sich letzte Nacht gegen 1 Uhr in seinem Zimmer einschloss. Nachdem die Mitbewohner mehrmals klopften und die Tür nicht aufgemacht wurde, riefen sie den Hausmeister, der vergeblich versuchte, die schwere Eisentür aufzubrechen. Dann wurde die Polizei gerufen, und nachdem auch diese erfolglos war, holte man die Feuerwehr. Ihr gelang es schließlich, sich Zugang zu verschaffen, doch man konnte nur noch die Leiche vorfinden. Herr Rahsepar hatte sich mit einem Laken in seinem Zimmer selbst erhängt.

Die ARD-Sendung "Monitor" berichtete am 15. September 2011 über die Zustände in dem besagten Heim. Den Beitrag kann man sich hier ansehen: http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2011/0915/asyl.php5