"Der 12. Juni 2009 hat mein Leben total verändert"

Bericht von der Konferenz "Menschen, Rechte, Freiheit - Iran" vom 2. Mai in München, Eine Welt Haus. Internationale Organisation zum Schutz der Menschenrechte in Iran. Quelle: http://mehriran.de

Die Vielfalt der Menschen und Meinungen in Iran ist sehr groß. Das Regime in Iran braucht keine Vielfalt, toleriert keine Vielfalt, bekämpft Vielfalt. Das System des Obersten Führers toleriert nur Gehorsam gegenüber dem Führer, der angeblich Gottes Stellvertreter auf Erden sei.
Die Bürgerrechte und die Menschenrechte gelten dem Regime nichts in seiner konsequenten Verfolgung Andersdenkender.
Freiheit eigene Entscheidungen bezüglich des eigenen Lebens zu treffen ist die Sehnsucht der iranischen Gesellschaft. Diese Freiheit unterdrückt das Regime auf vielfältige Weise.

Uli v. Sanden ist eine 58 jährige Mutter mehrerer Kinder, lebt in München und setzt sich für Menschen in Iran ein. Sie arbeitet mit in der Iran Gruppe von Amnesty International, München. Die Bilder der vielen Jugendlichen, deren Gesichter zunächst von so viel Hoffnung zeugten und später von Empörung gezeichnet waren, hat sie mitverfolgt. Später war sie betroffen und schlichtweg entsetzt über die Gewalt, die den hoffnungsfrohen Menschen in Iran angetan wurde und nach wie vor angetan wird. Uli v. Sanden sagt: "Der 12. Juni 2009 hat mein Leben total verändert." Eine wichtige Aussage brachte Sie mit diesem Abschnitt: "Unter der Menschrechtsakivisten gibt es immer wieder die Diskussion, ob wir mit unserem ‚spotlight‘, mit der Öffentlichkeit nicht erst recht den jeweiligen Gefangenen erhöhtem Risiko für noch mehr Druck aussetzen.Wir können uns darüber nie sicher sein, daß dem nicht so ist, ABER: alle Gefangenen sagen übereinstimmend immer, das Schlimmste – auch an der Einzelhaft - ist die Angst VERGESSEN ZU SEIN."

Frau v. Sanden berichtete als Vertreterin der Amnesty Gruppe aus München von Einzelfällen aus Iran und von der allgemeinen Situation, sowie schliesslich von der Situation einiger Flüchtlinge aus dem Iran in Deutschland. Ihr Bericht liegt hinter diesem Link: Uli v. Sanden, Amnesty International, München.

Der zweite Sprecher, Ario Dehgani, vertrat die Bahai Gemeinde der Region München und wies auf die Situation der Mitglieder der Bahai Gemeinde in Iran hin. Seine Informationen, die sich auch auf die Verhaftung der sieben Bahai-Führungsmitglieder bezogen sind unter folgendem Link nachzulesen: Bahai in Iran.

Als dritter Sprecher trat Dr. Mostafa Azmayesh, Vertreter des Nematollah Gonabadi Deriwsch-Ordens im Ausland auf und vertrat unter anderem die These, dass das Regime in Iran seine Verbrechen an der Bevölkerung im Namen der Religion des Islams begeht, eines Islams, der von Ayatollah Khomeini als politische Ideologie definiert wurde. Weiterhin war ihm wichtig, die Aufteilung in religiöse Minderheiten und der Behauptung von Seiten des Regimes die Schiiten seien in Iran in der Mehrheit genauer zu beleuchten und zu postulieren solange keine Statistiken vorliegen lieber von religiöser Vielfalt zu sprechen. Im folgenden der genaue Wortlaut:

"Das eigentliche Problem liegt doch darin, dass in Iran dieses System herrscht. Die Lage für die Iraner und vielleicht sogar für die gesamte Welt ist die selbe, denn dieses System und seine Vertreter hat keinen Sinn für Menschenrechte und keinerlei Respekt vor den Menschenrechten. Den selben Effekt werden Gruppierungen erzielen, die nicht an Vielfalt und Diversität glauben und keinerlei Akzeptanz für Unterschiede und Unterscheidungen aufbringen.
Mit anderen Worten gesagt: Vor 32 Jahren hat Ayatollah Khomeini in Iran ein System unter der Flagge des Islams eingeführt und sofort erklärt, dass keiner wisse, was Islam sei. Überall auf der Welt würde man antworten, dass Islam der Name einer Religion sei, wenn man die Leute fragen würde. Doch Ayatollah Khomeini entwarf eine andere Erklärung für Islam. Er behauptete Islam sei eine politische Ideologie, die nichts mit Religion gemein habe. Er führte eine politische Ideologie ein, die bis zu dem Zeitpunkt allen, außer Ayatollah Khomeini selbst, unbekannt gewesen war. Die offizielle Religion in Iran ist die Zwölfer-Schia. Das bedeutet , dass das Regime diesen falschen Eindruck erwecken will, dass die Schiiten in Iran in der Mehrheit sind. Dieser Eindruck steht auf schwachen Füßen, denn es liegen darüber keine Statistiken vor.

Um über die Rechte religiöser Minderheiten zu sprechen, sollten wir wissen, ob nicht die religiösen Minderheiten eigentlich als Minderheiten gehandelt werden, jedoch Ausdruck einer sehr großen religiösen Vielfalt in Iran sind. Wenn wir über Minderheiten sprechen, sollte es irgend eine Mehrheit geben, und dies ist der Punkt der fraglich ist. Dieses Wissen ist nicht gesichert.

Insofern bevorzuge ich es über religiöse Vielfalt im Zusammenhang mit Iran zu sprechen. "

Anschliessend entfaltete sich noch eine rege Diskussion über den Einfluss Irans in Europa und die Möglichkeiten den Menschen in Iran zu helfen als Menschen zu überleben, ihre Rechte zu bekommen und Freiheit zu erlangen.