Amnesty warnt vor weiteren Hinrichtungen politischer Gefangener

Alarmiert durch die Hinrichtung des politischen Gefangenen Ali Saremi, hat Amnesty International davor gewarnt, dass in nächster Zeit weitere Todesurteile gegen politische Gefangene vollstreckt werden könnten. Namentlich genannt werden in der neuen Eilaktion:

  • Ja'far Kazemi
  • Mohammad Ali Haj Aghaei
  • Javad Lari
  • Ahmad Daneshpour Moghaddam und sein Sohn Mohsen
  • Farah "Elmira" Vazehan
  • (Abdolreza Ghanbari)

Bei dem letzten Namen handelt es sich möglicherweise um einen Fehler, denn laut RAHANA wurde das Todesurteil gegen Abdolreza Ghanbari in eine Gefängnisstrafe umgewandelt.

Am 7. Januar meldete die Menschenrechtsorganisation RAHANA, dass „Jafar Kazemis Todesurteil an die Vollstreckungsbehörde des Revolutionsgerichts überstellt wurde und dort auf Bestätigung wartet“. Seine Hinrichtung könnte also unmittelbar bevorstehen.

Kazemi wird vorgeworfen, die Volksmujahedin zu unterstützen, eine Gruppe, die das iranische Regime auch mit Waffengewalt stürzen will. Trotz schwerer Folter hat Kazemi die Vorwürfe immer bestritten: er habe seit Jahren keinen Kontakt mehr zu den Mujahedin, lediglich sein Sohn sei mit dieser Gruppe in Verbindung.

Weiterhin sehr dringend sind laut Amnesty auch die Fälle mehrerer kurdischer politischer Gefangener, darunter:

  • Hossein Khezri
  • Habibollah Latifi
  • Zeynab Jalalian

Die Hinrichtung von Habibollah Latifi, die für den 26. Dezember 2010 angesetzt war, wurde vorerst um zwei Monate verschoben. Berichten zufolge wurde Hossein Khezri am 2. Januar 2011 an einen unbekannten Ort gebracht. Seine Familie hat seitdem nichts mehr von ihm gehört.

Für Empörung sorgen auch die Todesurteile gegen zwei Exil-Iraner, die sich nur vorübergehend in ihrem Herkunftsland aufgehalten haben:

  • Zahra Bahrami
  • Said Malekpour

Bahrami ist niederländisch-iranische Staatsbürgerin und Malekpour ist kanadisch-iranischer Staatsbürger.

Internationale Aufmerksamkeit und Einwände bei den iranischen Behörden können durchaus helfen, diese Hinrichtungen zu verhindern. Dies hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Unser Verein hat den Fall von Ja'far Kazemi im Juni 2010 "adoptiert" und in München schon einige hundert Unterschriften für ihn gesammelt. Wir werden uns weiter für seine Freilassung einsetzen.

Link: Weitere Informationen und Fotos der verurteilten Gefangenen finden Sie hier:
http://www.menschenrechtsverein.org/index.php/cat/21/aid/914